Den Himmel auf Erden anzetteln? Die Qual der Wahl?!

Wir haben die Wahl, wie wir unser Leben gestalten - unser Zusammenleben und unsere Regierungen. Es gibt trotzdem ein Sprichwort, das ich in meinem ersten Jahr bei Ihnen bestimmt öfter gehört oder auch selbst mir immer wieder eingeredet habe und zwar folgendes: „1. Es kommt immer anders und 2. als man denkt.“ Der kommende Herbst ist so ein Beispiel für diesen Spruch – die anstehende Kirchenvorstandswahl am 21.10., die Landtagswahlen in Bayern am 13.10. – das sind nur wenig Beispiele für einen arbeits- und ereignisreichen Herbst. Dabei sollte doch klar sein, dass wir in einem stetigen Wandel leben und keine Glaskugel zum Hellsehen haben. Kurt Marti (EG 153), ein bekannter Theologe schreibt das so schön in zwei Zeilen für das Himmelreich:

„Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt,
wenn einst Himmel und Erde vergehen." (Kurt Marti, 1971)

Der Grund, warum es sich trotzdem lohnt, sich für Demokratie und aktive Mitbestimmung als Christ im Hier und Jetzt einzusetzen, ist meiner Meinung folgender:  wir wählen Menschen, die sich für unsere Werte und unseren Glauben einsetzen – oder eben nicht. In den Kirchenvorstandswahlen wird das noch deutlicher. Jede Entscheidung wird von aktiven Christen und Christinnen getragen die sich mit dem was sie können und vor allem mit dem an was sie glauben für unsere Gemeinschaft einsetzen. Unser oberster Wunsch und Maßstab ist dabei die Hoffnung auf Leben, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Werte, die Gott innehat und von uns fordert. Werte auf die wir uns auch selbst im Grundgesetz berufen. „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott…“ (Präambel im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland). Als Ziel zumindest, soll das unser Hintergrund sein, beim Wahrnehmen von Verantwortung, beim Treffen von Entscheidungen. Hindurch durch ein Leben in dem immer alles anders kommt. Und zweitens als man denkt.

Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr,
wenn die Herren der Erde gegangen.

Das bleibt als Gewissheit! Trotzdem möchte ich nicht tatenlos zuschauen. Lieber mitreden und mitbestimmen, solange ich kann. Wir haben die Möglichkeit dazu. Der Kirchenvorstand wie auch der bayerische Landtag freut sich darüber, dass Menschen die Meinungen und Werte haben – Menschen die Werte haben wählen. Zeigen Sie das bitte auch durch ihre Wahlbeteiligung und ihre Entscheidung für Menschen, die sie vertreten. In diesem Sinne halte ich es mit Kurt Martis letzter Strophe und hoffe schon ein wenig, dass wir sehr wohl den Himmel auf Erden anzetteln können:

Der Himmel, der kommt, grüßt schon die Erde, die ist,
wenn die Liebe das Leben verändert.

Einen wunderbaren gesegneten Herbst wünscht Ihnen

Ihr Diakon Jonas Wittmann