Die Qual der Wahl?! - ein Geschenk der Mitbestimmung!

Es ist wieder soweit! Am 14.10.18 wählen wir den Landtag, am 21.10.18 den Kirchenvorstand in ihrer Gemeinde. In unserer Demokratie gibt es die Möglichkeit der Mitbestimmung. Damit soll sichergestellt werden, dass wir uns vertreten fühlen. Vor allem durch unsere Werte! 

Eine Glaskugel zum Hellsehen haben wir aber trotzdem nicht und so kann es sein, dass sich ein Sprichwort erfüllt: Erstens es kommt immer anders und zweitens als man denkt! Auf der Suche nach Sicherheit und Vertrauen kann man da schonmal ins nachdenken kommen.

Eine theologische Vorstellung dieser Unsicherheit erzählt uns Kurt Marti in seinem Lied in dem es heißt:

Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel der kommt, 
wenn einst Himmel und Erde vergehen (Kurt Marti, 1971)

Der Grund, warum es sich trotzdem lohnt, sich für Demokratie und aktive Mitbestimmung als Christ im Hier und Jetzt einzusetzen, ist meiner Meinung folgender: Wir wählen Menschen, die sich für unsere Werte und unseren Glauben einsetzen – oder eben nicht.

In den Kirchenvorstandswahlen wird das noch deutlicher. Jede Entscheidung wird von aktiven Christen und Christinnen getragen die sich mit dem was sie können und vor allem mit dem an was sie glauben für unsere Gemeinschaft einsetzen. Unser oberster Wunsch und Maßstab ist dabei die Hoffnung auf Leben, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Werte, die Gott innehat und von uns fordert.

Werte auf die wir uns auch selbst im Grundgesetz berufen. „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott…“ (Präambel im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland). Als Ziel zumindest, soll das unser Hintergrund sein, beim Wahrnehmen von Verantwortung, beim Treffen von Entscheidungen und eben auch beim wählen. Hindurch durch ein Leben in dem immer alles anders kommt. Und zweitens als man denkt hoffen wir, dass diese Grundelemente nicht erschüttert werden.

Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr,
wenn die Herren der Erde gegangen.

Das bleibt als Gewissheit! Trotzdem möchte ich nicht tatenlos zuschauen. Lieber mitreden und mitbestimmen, solange ich kann. Wir haben die Möglichkeit dazu. Und das ist nicht selbstverständlich! Der Kirchenvorstand wie auch der bayerische Landtag freut sich darüber, dass Menschen die Meinungen und Werte haben – Menschen die Werte haben wählen. Zeigen Sie das bitte auch durch ihre Wahlbeteiligung und ihre Entscheidung für Menschen, die sie vertreten. In diesem Sinne halte ich es mit Kurt Martis letzter Strophe und hoffe schon ein wenig, dass wir sehr wohl den Himmel auf Erden anzetteln können:

Der Himmel, der kommt, grüßt schon die Erde, die ist,
wenn die Liebe das Leben verändert.

Allein aus diesem Grund ist es für mich ein Geschenk der Mitbestimmung die Wahl zu haben!

 

Ich wünsche ihnen einen wunderbaren gesegneten Herbst

 

Viele Grüße Ihr und Euer Diakon Jonas Wittmann